{"id":946,"date":"2013-04-14T14:39:23","date_gmt":"2013-04-14T14:39:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.arztpraxisloewenzentrum.ch\/index.php\/diabetes-mellitus-zucker-2\/"},"modified":"2013-04-14T14:39:23","modified_gmt":"2013-04-14T14:39:23","slug":"diabetes-mellitus-zucker","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.medizin-zentrum-dietikon.ch\/index.php\/diabetes-mellitus-zucker\/","title":{"rendered":"Diabetes mellitus &#8220;Zucker&#8221;"},"content":{"rendered":"<ul class='gdl-accordion'>\r\n<li class=\"active\"><h2 class='accordion-title'>Einf\u00fchrung<\/h2><div class='accordion-content'><p style=\"text-align: justify;\">Diabetes mellitus ist eine St\u00f6rung des Blutzuckerstoffwechsels, welche zu zeitweiser oder st\u00e4ndiger Erh\u00f6hung des Blutzuckerspiegels f\u00fchrt. Nach Ursache unterscheidet man einen Typ 1 (Insulinmangel) und einen Typ 2 (ein vermindertes Ansprechen des K\u00f6rpers auf Insulin. Der Typ 2 (\u201eAlterszucker\u201c) ist weitaus h\u00e4ufiger.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Insulin wird normalerweise in der Bauchspeicheldr\u00fcse produziert und erm\u00f6glicht die Aufnahme des lebensnotwendigen Zuckers, der sogenannten Glucose, in die Zellen. Bei Diabetikern ist der Insulinstoffwechsel gest\u00f6rt. Es besteht entweder ein absoluter Insulinmangel, weil die Bauchspeicheldr\u00fcse kein Insulin mehr produziert. Und\/oder die Aufnahme von Glucose in die K\u00f6rperzellen ist gest\u00f6rt. Die K\u00f6rperzellen haben also einen Zuckermangel, w\u00e4hrenddessen gleichzeitig der Zuckerspiegel im Blut erh\u00f6ht ist. Ab einem bestimmten Schwellenwert wird Glucose mit dem Urin ausgeschieden, was zu einem starken Fl\u00fcssigkeitsverlust f\u00fchren kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Diabetiker haben ein deutlich erh\u00f6htes Risiko f\u00fcr schwerste Begleit- und Folgeerkrankungen. Deshalb ist eine rechtzeitige Diagnosestellung und eine gute Therapiekontrolle sehr wichtig.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<\/div><\/li>\r\n<li ><h2 class='accordion-title'>Diabetes-Typen<\/h2><div class='accordion-content'><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Typ-1-Diabetes beruht auf einem Insulin-Mangel infolge Zerst\u00f6rung der insulinproduzierenden Zellen. Der Typ-1-Diabetes tritt am h\u00e4ufigsten bei Kindern und Jugendlichen auf. Als Ursachen des Typ-1-Diabetes gelten heute erbliche Veranlagung, \u00e4ussere Faktoren (m\u00f6glicherweise Virusinfektionen) sowie eine Fehlsteuerung des Immunsystems, wodurch bestimmte weisse Blutk\u00f6rperchen sich speziell gegen die insulinproduzierenden Bauchspeicheldr\u00fcsen-Zellen richten. Es kommt zum Untergang der insulinproduzierenden Zellen und somit Insulin-Mangel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Typ-2-Diabetes hat seine Ursache in der verminderten Ansprechbarkeit der K\u00f6rperzellen auf Insulin. Er macht sich meist nach dem 40. Lebensjahr bemerkbar und wird h\u00e4ufig auch als \u00abAlterszucker\u00bb bezeichnet. Gr\u00fcnde daf\u00fcr sind \u00dcbergewicht, Bewegungsmangel aber auch genetische Faktoren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine Sonderform des Diabetes ist der Schwangerschaftsdiabetes, der in der Regel nach Beendigung der Schwangerschaft wieder verschwindet.<\/p>\n<\/div><\/li><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><li ><h2 class='accordion-title'>Folgesch\u00e4den<\/h2><div class='accordion-content'><p><strong>Sch\u00e4den an den kleinen Gef\u00e4ssen: Mikroangiopathie<\/strong><br \/>\nBei schlecht kontrolliertem Blutzucker entstehen \u00fcber die Jahre Sch\u00e4den an den kleinen Gef\u00e4ssen, die sogenannte diabetische Mikroangiopathie. Diese betrifft haupts\u00e4chlich zwei Organe: Die Augen und die Nieren.<br \/>\nAugen<br \/>\nIn der Netzhaut hat es winzige Blutgef\u00e4sse. In diesen Blutgef\u00e4ssen bilden sich winzige Ausweitungen, sogenannte Mikroaneurysmen. Diese Mikroaneurysmen k\u00f6nnen platzen und es kann so zu Blutungen in der Netzhaut kommen. Als Folge der Blutungen entstehen Vernarbungen, welche zu einer zunehmenden Verschlechterung der Sehkraft und schliesslich durch Zug an der Netzhaut zur Erblindung f\u00fchren k\u00f6nnen.<br \/>\nDiabetikerinnen und Diabetiker sollten deshalb regelm\u00e4ssig durch einen Augenarzt untersucht werden.<br \/>\nNieren<br \/>\nDie Nieren dienen der Entgiftung des Blutes von sch\u00e4dlichen Stoffen durch Filtration. In den winzigen Blutgef\u00e4ssen der Niere entstehen im Verlauf der Jahre Verkalkungen. Diese verkalkten Blutgef\u00e4sse f\u00fchren zu einer Funktionseinbusse der Filtrationsleistung der Niere \u2013 der Filter funktioniert nicht mehr richtig. Zunehmend gehen \u00fcber den Nierenfilter Eiweisse verloren und werden im Urin ausgeschieden.<br \/>\nDie Funktion der Niere kann mittels Blutuntersuchung beurteilt werden, die Urinuntersuchung liefert Hinweise f\u00fcr einen Eiweissverlust.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Sch\u00e4den an den grossen Gef\u00e4ssen: Makroangiopathie<\/strong><br \/>\nEinerseits f\u00fchrt der erh\u00f6hte Zuckerspiegel im Blut zu einer direkten Sch\u00e4digung der W\u00e4nde der grossen Gef\u00e4sse. Andererseits sind Diabetiker h\u00e4ufig \u00fcbergewichtig, was bereits einen Risikofaktor f\u00fcr Ablagerungen in den Gef\u00e4ssw\u00e4nden darstellt. Schliesslich ist ein erh\u00f6hter Blutzucker h\u00e4ufig mit einem erh\u00f6hten Cholesterinspiegel im Blut vergesellschaftet, was wiederum ein erh\u00f6htes Risiko f\u00fcr Ablagerungen in den Gef\u00e4ssw\u00e4nden mit sich bringt.<br \/>\nEs ist deshalb wichtig, dass nebst einer guten Blutzuckerkontrolle die anderen Risikofaktoren f\u00fcr eine Sch\u00e4digung der grossen Gef\u00e4sse, d.h. Blutdruck, Rauchen und Cholesterin bei Diabetikern regelm\u00e4ssig kontrolliert und falls n\u00f6tig behandelt werden. Die Pr\u00fcfung der Durchblutung an den F\u00fcssen (Pulse tasten) ist Teil der Diabeteskontrolle.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Nervensch\u00e4den: Polyneuropathie<\/strong><br \/>\nBei Diabetikern besteht das Risiko einer Sch\u00e4digung der Nerven insbesondere an den Beinen. Die Sch\u00e4digung der Nerven erfolgt einerseits durch Anlagerung von Zuckerresten an der Ummantelung der Nerven (dem sog. Myelin), andererseits durch oben beschriebene Sch\u00e4den an den kleinen Gef\u00e4ssen, was auch eine Verschlechterung der Durchblutung der Nerven zu Folge hat. Diese Nervensch\u00e4den k\u00f6nnen eine Verschleierung von Krankheitszeichen zur Folge haben: Beispielsweise kann ein Herzinfarkt bei einem Diabetiker \u201estumm\u201c sein, d.h. der Patient sp\u00fcrt den f\u00fcr einen Herzinfarkt typischen Schmerz nicht. Oder f\u00fcr Hautverletzungen typische Schmerzen insbesondere an den F\u00fcssen sind bei Diabetikern nicht vorhanden, so dass Verletzungen an den F\u00fcssen beispielsweise bei schlechtem Schuhwerk erst sehr sp\u00e4t bemerkt werden.<br \/>\nIm Rahmen der Diabeteskontrolle erfolgt deshalb eine Pr\u00fcfung des Tastsinns an den F\u00fcssen, ebenso eine Begutachtung der Hautverh\u00e4ltnisse der F\u00fcsse.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<\/div><\/li>\r\n<li ><h2 class='accordion-title'>Komplikationen<\/h2><div class='accordion-content'><p>Es gibt zwei (lebens-)gef\u00e4hrliche Risikosituationen bei Diabetikern: Die \u00dcberzuckerung (diabetisches Koma) und die Unterzuckerung (Hypoglyk\u00e4mie)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00dcberzuckerung (diabetisches Koma)<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine \u00dcberzuckerung kann \u00fcber zwei Mechanismen zu einem Bewusstseinsverlust f\u00fchren:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1. Typischerweise bei Typ-1-Diabetikern: Bei einem absoluten Insulinmangel und m\u00f6glicherweise erh\u00f6htem Insulinbedarf (beispielsweise bei einer Infektion) fehlt es dem K\u00f6rper &#8211; v.a. dem Gehirn &#8211; an lebensnotwendigem Zucker. Der Energiebedarf wird deshalb durch Umstellung des Stoffwechsels auf Fettabbauprodukte, sogenannte Ketone, gedeckt. Diese haben den Nachteil, dass sie sauer sind, so dass es langsam aber sicher zu einer \u00dcbers\u00e4uerung des K\u00f6rpers kommt. Die Kombination von \u00dcbers\u00e4uerung und \u00dcberzuckerung f\u00fchrt zu einem langsamen Bewusstseinsverlust.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">2. Typischerweise bei Typ-2-Diabetikern: Eine schlechte Blutzuckereinstellung mit hohen Blutzuckerspiegeln f\u00fchrt zu Wasser- und Salzverlust \u00fcber die Nieren. Da kein absoluter Insulinmangel vorliegt erfolgt jedoch keine Umstellung auf Fettabbauprodukte. Es besteht keine \u00dcbers\u00e4uerung. Der Wasser- und Salzverlust f\u00fchrt zu einer Minderdurchblutung von Gehirn und Organen und somit zu einem Bewusstseinsverlust und Kreislaufkollaps.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Warnzeichen: H\u00e4ufiges Wasserl\u00f6sen, starkes Durstgef\u00fchl, Gewichtsverlust, \u00dcbelkeit, Erbrechen, trockener Mund, rascher Puls, tiefer Blutdruck, Verwirrtheit, Schl\u00e4frigkeit, Bewusstlosigkeit<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Unterzuckerung (Hypoglyk\u00e4mie)<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ursache einer Unterzuckerung ist immer eine zu hohe Insulinkonzentration. Beim Typ-1-Diabetiker kann dies an zu hohen Insulindosen oder zu langer Wartezeit bis zum Essen nach dem Spritzen der Insulins liegen. Beim Typ-2-Diabetiker kann eine \u00dcberdosierung der Diabetesmedikamente zu einer zu starken Insulinaussch\u00fcttung f\u00fchren. Bei vermehrter k\u00f6rperlicher Anstrengung sowie nach Alkoholgenuss ist der Insulinbedarf erniedrigt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Warnzeichen: Starkes Schwitzen, Bl\u00e4sse, Unruhe, Zittern, Verhaltensauff\u00e4lligkeiten (z.B. Euphorie), Bewusstseinstr\u00fcbungen, L\u00e4hmungserscheinungen, Bewusstseinsverlust<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Diabetisches Koma und Hypoglyk\u00e4mie k\u00f6nnen lebensgef\u00e4hrlich sein und bed\u00fcrfen einer \u00e4rztlichen Therapie!<\/strong><\/p>\n<\/div><\/li>\r\n<li ><h2 class='accordion-title'>Diagnose<\/h2><div class='accordion-content'><p>Die Diagnose eines Diabetes mellitus erfolgt durch die Bestimmung der Zuckerkonzentration im Blut. Zeitpunkt der Messung und die Zuckerkonzentration, ab welcher ein Diabetes vorliegt, sind genau festgelegt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Diagnose eines Diabetes mellitus kann auf drei Arten gestellt werden:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1. Blutzuckerkonzentration zu einem beliebigen Zeitpunkt h\u00f6her als 200 mg\/dl und typische Symptome eines Diabetes mellitus (siehe &#8220;Komplikationen&#8221;)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">2. Blutzuckerkonzentration n\u00fcchtern (nach einer l\u00e4nger als 8 Stunden dauernden Fastenzeit) h\u00f6her als 126 mg\/dl<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">3. Blutzuckerkonzentration 2 Stunden nach Einnahme von 75 g Traubenzucker h\u00f6her als 200 mg\/dl<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Best\u00e4tigung der Diagnose durch einen andere M\u00f6glichkeit an einem anderen Tag.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<\/div><\/li><\/p>\r\n<p style=\"text-align: justify;\"><li ><h2 class='accordion-title'>Therapien<\/h2><div class='accordion-content'><p><strong>Therapie des Diabetes mellitus<\/strong><br \/>\nDie Diabetes-Therapie hat zum Ziel, den Zuckerspiegel zu senken und begleitende Risikofaktoren f\u00fcr Herz-Kreislauf-Erkankungen zu behandeln.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Anpassung des Lebensstils<\/strong><br \/>\nVor einer medikament\u00f6sen Therapie sollte eine Anpassung des Lebensstils erfolgen. Die Ern\u00e4hrung muss umgestellt werden, auch mit dem Ziel einer Gewichtsabnahme von \u00fcbergewichtigen Patienten und Patientinnen, um das Ansprechen des K\u00f6rpers auf Insulin zu verbessern. Ebenso ist eine vermehrte k\u00f6rperliche Aktivit\u00e4t sinnvoll. Auch diese soll sich g\u00fcnstig auf das Gewicht auswirken. Ebenso ben\u00f6tigen k\u00f6rperlich aktive Patientinnen und Patienten weniger Medikamente.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Medikamente<\/strong><br \/>\nMan unterscheidet zwischen Nicht-Insulinen, sogenannten \u201eoralen Antidiabetika\u201c und Insulinen. Nicht-Insuline k\u00f6nnen in Tablettenform eingenommen werden und werden nur bei Typ-2-Diabetikern eingesetzt. Insuline m\u00fcssen gespritzt werden. In den letzten Jahren sind neue Medikamente hinzugekommen wie beispielweise die Inkretine, welche indirekte Wirkungen auf bie Insulinfreisetzung \/ bzw. den Zuckerstoffwechsel haben. <\/p>\n<\/div><\/li>\r\n<\/ul><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-946","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.medizin-zentrum-dietikon.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/946","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.medizin-zentrum-dietikon.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.medizin-zentrum-dietikon.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.medizin-zentrum-dietikon.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.medizin-zentrum-dietikon.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=946"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.medizin-zentrum-dietikon.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/946\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.medizin-zentrum-dietikon.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=946"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}